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Blauzungenkrankheit beim Alpaka: was du wissen musst

Vom AlpacaKeep-Team13 Min. Lesezeit
Illustration von drei Alpakas auf einer Weide bei Sonnenuntergang, mit Insekten in der Abendluft
Inhalt
  1. Was die Blauzungenkrankheit ist, schlicht gesagt
  2. Bekommen Alpakas und Lamas sie wirklich, und wie schwer?
  3. Blauzunge ist nicht gleich Blauzunge: die Serotypen
  4. Worauf du achten solltest
  5. Was du bei Verdacht tust
  6. Wo du lebst
  7. Entscheidungen zur Impfung
  8. Gnitzenschutz, realistisch gehalten
  9. Warum datierte Aufzeichnungen helfen
  10. Quellen und weiterführende Links

Die Blauzungenkrankheit ist eine Viruserkrankung von Wiederkäuern und Kameliden, darunter Alpakas und Lamas. Sie wird hauptsächlich durch Gnitzen übertragen, nicht durch gewöhnlichen Kontakt zwischen Tieren. Gov.uk formuliert es schlicht: Sie betrifft weder Menschen noch die Lebensmittelsicherheit. Fleisch, Milch und Faser eines betroffenen Tieres sind keine Gefahr für den Menschen.

Dieser Ratgeber stützt sich auf amtliche Tiergesundheitshinweise aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Großbritannien sowie auf die begrenzte wissenschaftliche Literatur zu Kameliden. Er trennt geltende Regeln von Erkenntnissen, die nur auf wenigen veröffentlichten Fällen beruhen. Er ist eine verständliche Zusammenfassung, keine tierärztliche Beratung und keine Rechtsberatung: Das letzte Wort haben dein Tierarzt und deine Veterinärbehörde.

Stand bei der letzten Prüfung, 19. September 2026. Ganz England ist eine Blauzungen-Sperrzone (der britische Begriff ist "restricted zone"), und am 19. August 2026 wurde in England ein BTV-3-Fall bei einem Kameliden bestätigt. Am Tag unserer Prüfung durften Tiere laut gov.uk innerhalb Englands ohne besondere Blauzungen-Lizenz und ohne Test vor dem Transport bewegt werden. Sperrzonen, Fallzahlen und Lizenzregeln ändern sich im Wochenrhythmus. Bevor du etwas Zeitkritisches tust, lies die aktuelle Seite gov.uk bluetongue latest situation und in deinem Land die entsprechende amtliche Tierseuchen-Seite weiter unten.

Was die Blauzungenkrankheit ist, schlicht gesagt

Die Blauzungenkrankheit wird durch ein Virus (Bluetongue-Virus, BTV) verursacht, das zwischen Nutztieren und Gnitzen zirkuliert. Eine Gnitze sticht ein infiziertes Tier, nimmt das Virus auf und gibt es beim nächsten Stich weiter. Gov.uk führt Schafe, Rinder, Hirsche, Ziegen, Lamas und Alpakas unter den betroffenen Tieren.

Drei Punkte gehören vorweg festgehalten.

  • Menschen können sich nicht anstecken. Gov.uk, die Weltorganisation für Tiergesundheit, das Schweizer BLV und das österreichische Ministerium sagen das in fast identischen Worten.
  • Gewöhnlicher Kontakt ist nicht der entscheidende Übertragungsweg. Gnitzen verbreiten das Virus, deshalb schützt getrennte Haltung allein die Tiere nicht. Gov.uk nennt auch infiziertes Sperma, Eizellen und Embryonen als Übertragungsweg; Zuchtmaterial braucht eigene Vorsichtsmaßnahmen.
  • Sie muss gemeldet werden. Die britischen, deutschen, österreichischen und schweizerischen Behörden verlangen alle die Meldung eines Verdachtsfalls. In Italien geht jeder Verdacht an deinen Tierarzt oder an den Veterinärdienst deiner ASL.

Bekommen Alpakas und Lamas sie wirklich, und wie schwer?

Ja. Die verfügbaren Berichte deuten darauf hin, dass Kameliden meist weniger schwer betroffen sind als Schafe, doch schwere und tödliche Fälle kommen vor. Die Datenlage speziell zu Kameliden bleibt begrenzt.

Für BTV-3, den Serotyp hinter den aktuellen Ausbrüchen in Nordwesteuropa, kommen die besten Felddaten aus den Niederlanden 2023. Eine begutachtete Arbeit von van den Brink und Kollegen in Veterinary Record meldet BTV-3, per PCR bestätigt, in 15 Alpaka- oder Lama-Beständen in jener Saison. Die Zusammenfassung sagt, Schafe hätten die schwersten Anzeichen und die höchste Sterblichkeit gezeigt, und bei den übrigen Arten habe es eine große Bandbreite dabei gegeben, ob überhaupt Anzeichen auftraten und wie stark.

Die systematischste Studie stammt aus der Schweiz. Während des BTV-8-Ausbruchs von 2007 bis 2008 haben Zanolari und Kollegen (Journal of Veterinary Internal Medicine, 2010) 354 ungeimpfte Lamas und Alpakas in der ganzen Schweiz beprobt, während das Virus in Rindern und Schafen der Nachbarschaft zirkulierte. Alle 354 waren negativ. Die Autoren schlossen, dass südamerikanische Kameliden für diesen Serotyp eine geringe Empfänglichkeit haben und keine große Rolle bei seiner Verbreitung spielen.

Kameliden können jedoch an der Blauzungenkrankheit sterben. Meyer und Kollegen (2009, Emerging Infectious Diseases) dokumentierten zwei Lamas auf einem Hof mit 20 Tieren in Frankreich, die während eines BTV-1-Ausbruchs erkrankten: sie fraßen nicht mehr und wurden apathisch, gingen dann in akute Atemnot, und beide starben innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der Atemzeichen. Auf einem zweiten Hof, ebenfalls im Südwesten Frankreichs, waren 7 von 9 Lamas BTV-1-positiv, ganz ohne klinische Zeichen. Zusammen zeigen diese Berichte eine große Spannweite, von einer Infektion ohne Anzeichen bis zu einem schnellen, tödlichen Verlauf. Ein Fallbericht von Ortega und Kollegen aus 2010 mit dem Titel "Fatal Bluetongue Virus Infection in an Alpaca (Vicugna pacos) in California" dokumentiert einen weiteren tödlichen Fall.

Blauzunge ist nicht gleich Blauzunge: die Serotypen

Hinter der "Blauzungenkrankheit" steckt eine ganze Virusfamilie. Die österreichische AGES schreibt: "Derzeit sind 36 BTV-Serotypen bekannt", geschrieben BTV-1, BTV-3 und so weiter. Sie unterscheiden sich darin, wie krank sie Tiere machen, und sie unterscheiden sich rechtlich: Das EU-Tiergesundheitsrecht listet die Infektion mit dem Blauzungenvirus nur für die Serotypen 1 bis 24, und diese Liste nennt die Familie der Kamele (Camelidae) ausdrücklich unter den betroffenen Arten.

Für dich als Halter folgt daraus zweierlei:

  • Ein Impfstoff deckt einen Typ ab. Die Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) sagt es deutlich: Entscheidend ist ein Impfstoff, der genau gegen den Stamm schützt, der in deiner Region das Problem ist. Ein BTV-8-Impfstoff sagt nichts über BTV-3.
  • Daten zu einem Typ lassen sich nicht übertragen. Die beruhigende Schweizer Studie oben betraf BTV-8. Aktuell zirkuliert vor allem BTV-3, und für diesen Typ hat bisher niemand veröffentlicht, wie es infizierten Kameliden erging.

BTV-3

Schwer bei Schaf und Rind

Was die Behörden sagen

Der Typ hinter den aktuellen Ausbrüchen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und im Vereinigten Königreich. Das FLI berichtet von schweren klinischen Symptomen und zahlreichen Todesfällen bei empfänglichen Tieren, und die AGES schreibt, BTV-3 scheine zu schwereren Verläufen zu führen als BTV-8.

Bei Alpakas und Lamas

Per PCR bestätigt in 15 Alpaka- oder Lama-Beständen in den Niederlanden 2023 und in einem Kameliden-Fall in England im August 2026. Wie es den betroffenen Kameliden erging, ist nirgends veröffentlicht.

Datenlage

Nur Fallzahlen

BTV-8

Kommt auf den Stamm an

Was die Behörden sagen

Das FLI beschreibt zwei Stämme. Der ältere verursacht keine oder nur geringe Symptome. Der neuere, BTV8-FRA2023, hat nach Berichten österreichischer Kollegen, die das FLI zitiert, teilweise stärkere Verläufe verursacht als BTV-3. Laut FLI wirken die zugelassenen BTV-8-Impfstoffe gegen beide. In Deutschland gibt es seit Oktober 2025 wieder BTV-8-Nachweise.

Bei Alpakas und Lamas

Der am besten untersuchte Typ. Eine Schweizer Erhebung fand alle 354 ungeimpften Lamas und Alpakas negativ und schloss auf eine geringe Empfänglichkeit. Geimpfte Tiere bildeten nach zwei Dosen zuverlässig Antikörper.

Datenlage

Bluterhebung an 354 Tieren

BTV-4

Bisher kaum klinisch

Was die Behörden sagen

Die AGES schreibt, dieser Stamm sei bisher kaum mit klinischer Erkrankung assoziiert worden. In Österreich im September 2024 nachgewiesen, in Italien mit Restzirkulation.

Bei Alpakas und Lamas

Wir haben keine veröffentlichten Kameliden-Daten gefunden.

Datenlage

Keine für Kameliden

BTV-1

Hat Lamas getötet

Was die Behörden sagen

Restzirkulation in mehreren italienischen Regionen 2024 bis 2025, laut IZS.

Bei Alpakas und Lamas

Der eine ausführliche Bericht: In Frankreich starben zwei Lamas, eine Stute verwarf, und auf einem zweiten Hof waren 7 von 9 Lamas positiv, ganz ohne Anzeichen.

Datenlage

Ein Fallbericht

Wo welcher Typ zirkuliert, entspricht den amtlichen Seiten und IZS-Berichten, wie wir sie am 19. September 2026 gelesen haben. Das ändert sich schnell: maßgeblich sind die unten verlinkten aktuellen Seiten.

Neue Typen kommen weiter dazu. 2025 wies das italienische IZS BTV-5 bei zwei Schafen auf Sardinien nach, der erste Nachweis dieses Serotyps in Europa. "Welcher Serotyp, in dieser Saison?" ist deshalb eine gute erste Frage an deinen Tierarzt.

Worauf du achten solltest

Hier haben die amtlichen Seiten eine Lücke. Gov.uk nennt Alpakas und Lamas als empfängliche Arten, aber die klinischen Anzeichen, die dann beschrieben werden, sind das klassische Schaf- und Rinder-Bild. Die amtlichen Seiten, die wir für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien gelesen haben, sind nicht anders: keine gibt eine Anzeichen-Liste für Alpakas oder Lamas.

Der ausführliche Kameliden-Bericht von Meyer 2009 beschreibt bei zwei Lamas Appetitverlust und Apathie, dann akute Atemnot mit Ödemen. Auf demselben Hof hatte zwei Tage zuvor eine Stute im zehnten Monat verworfen, ohne weitere Anzeichen, und im Fötus wurde Virus-RNA nachgewiesen. Das ist keine vollständige klinische Checkliste. Die praktische Empfehlung lautet:

  • In der Gnitzensaison lohnt jede plötzliche Erkrankung in deiner Herde, die du dir nicht erklären kannst, einen Anruf beim Tierarzt.
  • Warte nicht ab, ob es besser wird. Alpakas verbergen Krankheit gut.
  • Wird die Blauzungenkrankheit vermutet, muss sie gemeldet werden. Dein Tierarzt kann das mit dir zusammen erledigen, oder du rufst die Behörde direkt an. Die Nummern findest du weiter unten.

Was du bei Verdacht tust

Wenn du die Blauzungenkrankheit vermutest, kontaktiere sofort deinen Tierarzt oder die Tiergesundheitsbehörde und setze Tiertransporte aus, bis du Anweisungen bekommst. Die Länderblöcke unten nennen die Kontakte. Die gesetzlichen Pflichten unterscheiden sich je nach Land; in Italien fragst du deine ASL, welche Maßnahmen für deine Kameliden gelten.

Verkaufe, verschenke oder transportiere keine Tiere, bevor sich die Behörde gemeldet hat, und behandle auch nicht "auf eigene Faust" mit rezeptfreien Mitteln. Dein Tierarzt und die Behörde entscheiden, welche Tests oder klinischen Untersuchungen nötig sind. Für die Aufzeichnungs-Seite jeder Behandlung erklärt unser Ratgeber zum Alpaka-Behandlungsjournal, wie du eine Impfung oder Behandlung mit Chargennummer, Datum und Wartezeit einträgst.

Wo du lebst

Regeln und Meldewege sind länderspezifisch. In jedem Fall ist die aktuelle amtliche Seite maßgeblich, nicht dieser Artikel.

Deutschland

Die Blauzungenkrankheit ist in Deutschland meldepflichtig. Bei Verdacht wendest du dich an den Amtstierarzt deines örtlichen Veterinäramts. Das niedersächsische Tierseuchen-Portal empfahl beispielsweise, als wir es lasen, weiterhin die Impfung empfänglicher Wiederkäuer gegen BTV-3 für 2026. Die deutschen Seiten, die wir gelesen haben, nennen Alpakas oder Lamas in der Beschreibung der Krankheit nicht, also frag dein Veterinäramt, was für Kameliden bei dir gilt.

Aktuelle Seite: Friedrich-Loeffler-Institut, Bluetongue Disease.

Österreich

Die Seite des österreichischen Sozialministeriums für Verbrauchergesundheit sagt, Halter müssten jeden Verdacht der zuständigen Behörde, dem Amtstierarzt, melden, und es bestehe keine Ansteckungsgefahr für Menschen. Kameliden sind unter den betroffenen Tieren aufgeführt, und AGES, die Bundesagentur für Ernährungssicherheit, nennt "Kamelartige (z. B. Alpaka)" als Wirte. Das Ministerium empfiehlt in allgemeiner Form die Impfung empfänglicher Tiere. Ob das deine Alpakas einschließen soll, ist eine Frage für deinen Tierarzt. Für das breitere Bild der Anmeldung siehe Alpakas halten in Österreich.

Aktuelle Seite: AGES, Blauzungenkrankheit.

Schweiz

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) stuft die Blauzungenkrankheit als "zu bekämpfende Tierseuche" ein. Es beschreibt sie als Viruserkrankung von Wiederkäuern und Kameliden, schreibt: "Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier findet nicht statt" (Überträger ist die Gnitze; gov.uk nennt zusätzlich infiziertes Sperma, Eizellen und Embryonen, siehe oben), und meldet, dass die Schweizer Behörden seit Ende August 2024 Fälle von BTV-8 und BTV-3 feststellen. Bei Verdacht rufst du deinen Tierarzt, der beim kantonalen Veterinärdienst meldet. Für das breitere Bild inklusive der Chippflicht siehe Alpakas in der Schweiz.

Aktuelle Seite: BLV, Blauzungenkrankheit (BT).

Italien

In Italien heißt die Krankheit offiziell "febbre catarrale degli ovini", meistens einfach Blue tongue, und das nationale Referenzzentrum am IZS Teramo betreibt dafür ein eigenes Informationssystem. Das Istituto Zooprofilattico Sperimentale delle Venezie (IZSVe) hält fest, sie sei nicht auf den Menschen übertragbar und stelle kein Problem für die Lebensmittelsicherheit dar. Die italienischen Seiten, die wir gelesen haben, beschreiben die Krankheit bei Wiederkäuern, mit Schafen als schwerst betroffener Art, und erwähnen Alpakas oder Lamas gar nicht. Wenn du also in Italien Kameliden hältst und etwas siehst, das dich beunruhigt, ruf deinen Tierarzt oder den Veterinärdienst deiner ASL an und frag nach.

Aktuelle Seiten: IZSVe, Bluetongue und das nationale Blue tongue Informationssystem.

Vereinigtes Königreich

Gov.uk hat eine speziell für Kameliden-Halter in England geschriebene Seite (Stand 25. März 2025, als wir sie lasen): wer einen Verdacht hat, muss ihn der Animal and Plant Health Agency (APHA) melden und keine Tiere bewegen. Meldenummern von der gov.uk-Hauptseite zur Blauzungenkrankheit: England 03000 200 301, Wales 03003 038 268, Schottland 03000 600 704.

Ein Detail, das man zweimal lesen sollte: um einen Kameliden aus einer Sperrzone herauszubewegen, muss jedes Tier einzeln mit einem APHA-Herd-Mark und Ohrmarken gekennzeichnet sein. Halsmarken und ein Mikrochip allein werden dafür nicht anerkannt, und manche Bewegungslizenzen verlangen Tests vor und nach dem Transport. Wenn deine Alpakas also nur einen Mikrochip tragen und du sie außerhalb einer Sperrzone verkaufen oder ausstellen willst, kläre zuerst die Ohrmarken. Wales, Schottland und Nordirland regeln das selbst, kläre also vor jedem Transport dorthin mit deiner eigenen Verwaltung.

Aktuelle Seiten: gov.uk bluetongue camelid guidance und latest situation.

Entscheidungen zur Impfung

Die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit ist kein fester Bestandteil eines jährlichen Routine-Impfplans für Alpakas, deshalb hat unser Ratgeber zum Impfplan keinen Blauzungen-Block. Sie ist eine risikobasierte Entscheidung, die sich je nach Serotyp, Land, Saison und verfügbaren Produkten ändert. Besprich sie anhand der aktuellen amtlichen Hinweise mit deinem Tierarzt.

Was die aktuellen Quellen sagen:

  • Im Vereinigten Königreich listete die Impfstoff-Seite von gov.uk bei unserer Prüfung am 19. September 2026 drei zugelassene BTV-3-Impfstoffe: Bluevac-3, BULTAVO 3 und Syvazul BTV 3. Tierhalter müssen Impfungen in England, Wales und Schottland innerhalb von 3 Tagen (bis zum 15. September 2026 waren es 48 Stunden), in Nordirland innerhalb von fünf Arbeitstagen melden. Die Seite beschreibt die Produkte für Schafe und Rinder; ob und wie sie bei Kameliden eingesetzt werden, entscheidet dein Tierarzt. Prüfe vor der Impfung die aktuelle Seite.
  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz empfehlen die Behörden die Impfung empfänglicher Tiere, mit Rindern und Schafen im Kopf geschrieben. Frag deinen Tierarzt oder das Veterinäramt, was in dieser Saison für Kameliden empfohlen wird.
  • In Italien frag deinen Tierarzt oder die ASL, welche Serotypen in deiner Region eine Rolle spielen und ob die Impfung für deine Tiere sinnvoll ist.
  • Es gibt veröffentlichte Forschung zu Kameliden und diesen Impfstoffen: die Schweizer Gruppe hinter der oben genannten Studie hat 2010 auch "Humoral response to 2 inactivated bluetongue virus serotype-8 vaccines in South American camelids" veröffentlicht. Das ist etwas für deinen Tierarzt zu lesen, kein Grund für eine Impfung im Alleingang.

Dosen, Intervalle und das Alter der Erstimpfung ändern sich mit dem Produkt und der Saison. Frag deinen Tierarzt, und trage Chargennummer und Datum in dem Moment ein, in dem der Impfstoff gesetzt wird.

Gnitzenschutz, realistisch gehalten

Weil Gnitzen die Blauzungenkrankheit zwischen Tieren und Betrieben übertragen können, verhindert getrennte Haltung allein ihre Ausbreitung nicht. Auch eine geschlossene Herde ist nicht schon deshalb geschützt, weil sie geschlossen ist. Befolge bei jedem kranken Tier die Isolationshinweise deines Tierarztes. Amtliche Hinweise konzentrieren sich auf Impfung, Bewegungsregeln und schnelle Meldung; ein erprobtes, Kameliden-spezifisches Protokoll zur Gnitzenbekämpfung nennen sie nicht. Frag deinen Tierarzt, welche Maßnahmen zur Verringerung der Exposition für deine Haltung realistisch sind.

Warum datierte Aufzeichnungen helfen

Der rote Faden hier ist, dass ein geschriebenes Datum zählt. Wann hast du geimpft? Welche Charge? Welches Alpaka hat die Haltung unter welcher Lizenz verlassen?

Genau dafür haben wir AlpacaKeep gebaut: ein Herdenregister mit datierten Bewegungen, Impf-Aufzeichnungen mit Produkt und Chargennummer und eine Historie für jedes Tier, die du einem Tierarzt oder einer Kontrollperson zeigen kannst. Die Anmeldung ist noch nicht offen. Trag dich für den frühen Zugang ein, und wir melden uns, sobald du einziehen kannst.

Häufige Fragen

Können Alpakas an der Blauzungenkrankheit erkranken?

Ja. Die britischen, österreichischen und schweizerischen Behörden führen Alpakas und Lamas als empfängliche Arten, und in den Niederlanden wurden 2023 BTV-3-Infektionen in 15 Alpaka- oder Lama-Beständen bestätigt. Die Datenlage bei Kameliden ist begrenzt: Schafe sind am schwersten betroffen, während wissenschaftliche Fallberichte eine kleine Zahl von Todesfällen bei Kameliden dokumentieren.

Können Menschen sich bei Alpakas mit der Blauzungenkrankheit anstecken?

Nein. Die britischen Behördenhinweise sind eindeutig: die Krankheit betrifft weder Menschen noch die Lebensmittelsicherheit. Das Virus wird von Gnitzen übertragen, nicht durch Kontakt mit dem Tier, seiner Faser oder seiner Milch. Fleisch und Faser eines an der Blauzungenkrankheit erkrankten Tieres sind keine Gefahr für die menschliche Gesundheit.

Welche Anzeichen zeigt die Blauzungenkrankheit beim Alpaka?

Die öffentlichen Informationsseiten beschreiben Anzeichen bei Schafen und Rindern, nicht bei Kameliden, und gov.uk gibt keine Kameliden-spezifische Liste. Im einzigen ausführlich veröffentlichten Bericht zeigten zwei in Frankreich verstorbene Lamas Appetitverlust und Apathie, gefolgt von akuter Atemnot. Auf demselben Hof verwarf eine Stute, ohne weitere Anzeichen. Das ist kein vollständiges klinisches Bild, also lohnt sich in der Gnitzensaison bei jeder plötzlichen Erkrankung in deiner Herde ein Anruf beim Tierarzt.

Soll ich meine Alpakas gegen die Blauzungenkrankheit impfen?

Das ist eine Entscheidung deines Tierarztes und hängt vom Land ab, in dem du sie hältst, und von den Serotypen, die dort gerade zirkulieren. Lies die aktuellen amtlichen Impfhinweise; ob und wie ein Produkt bei Alpakas eingesetzt wird, entscheidet dein Tierarzt nach den geltenden Regeln. Frag deinen Tierarzt oder deinen Amtstierarzt, Kantonstierarzt oder deine ASL, was für deine Haltung in dieser Saison gilt.

Darf ich Alpakas in einer Sperrzone bewegen oder verkaufen?

Das hängt vom Ziel und von möglichen Beschränkungen für deinen Betrieb ab. Als wir die gov.uk-Seite zur aktuellen Lage am 19. September 2026 gelesen haben, brauchten Transporte innerhalb Englands keine besondere Blauzungen-Bewegungslizenz und keinen Test vor dem Transport. Für das Verlassen einer Sperrzone prüfst du die aktuellen Lizenz-, Kennzeichnungs- und Testvorgaben: Die englischen Kameliden-Hinweise verlangen Ohrmarken mit einem APHA-Herd-Mark, keine Halsmarken oder Mikrochips allein. Bei Krankheitsverdacht oder Beschränkungen für deinen Betrieb transportierst du keine Tiere ohne Freigabe der Behörde.

Wird die Blauzungenkrankheit von Tier zu Tier übertragen?

Nicht durch gewöhnlichen Kontakt zwischen Tieren. Gnitzen sind der Hauptübertragungsweg, deshalb verhindert getrennte Haltung allein keine Infektion. Das bedeutet aber nicht, dass Gnitzen der einzige Weg sind: Gov.uk warnt auch vor der Übertragung durch infiziertes Sperma, Eizellen und Embryonen. Frag deinen Tierarzt nach Vorsichtsmaßnahmen für Zucht und Transporte.

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